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CLARITY Act im US-Senat in der Schlussphase: Blockiert an der 'Interessenkonflikt-Klausel' – worauf U-Karten-Nutzer jetzt achten sollten

2026-07-30

Die Verhandlungen des US-Senats über den „Digital Asset Market Clarity Act“ (CLARITY Act) sind in die Schlussphase getreten. Woran es hakt, ist weder die Frage, ob Token als Wertpapiere gelten, noch die Reserveanforderungen für Stablecoins – sondern eine Ethik-Klausel, die den direkten Krypto-Geschäftsinteressen hochrangiger Regierungsvertreter Grenzen setzen soll. Laut einem Bericht von Tokenpost vom 29. Juli haben der republikanische Senator Tom Tillis und der demokratische Senator Ruben Gallego diese Klausel zuletzt gemeinsam überarbeitet. Ein Teilkonsens ist erreicht, der konkrete Wortlaut ist jedoch noch nicht veröffentlicht. Die Fassung des Repräsentantenhauses trägt die Bezeichnung H.R.3633 und wurde im Juli 2025 mit überparteilicher Mehrheit im Repräsentantenhaus verabschiedet. Sobald die Senatsfassung final ist, ergänzt sie zusammen mit dem im Juli 2025 unterzeichneten GENIUS Act (Stablecoin-Gesetz) das vollständige Regulierungsbild für digitale Vermögenswerte in den USA – ein Baustein regelt die Emission von Stablecoins, der andere die Marktstruktur und die Handelsplätze.

Redaktionelle Einordnung: Was bedeutet diese Nachricht für Ihre Karte?

Vorweg die Kernaussage: Innerhalb der nächsten 7 Tage ändert sich an der Akzeptanzfähigkeit keiner USDT-Karte etwas – weder durch diese Nachricht noch durch den Verhandlungsstand. Der CLARITY Act regelt die Registrierungszuständigkeit (SEC oder CFTC) von Börsen, Market Makern, Verwahrstellen und Token. Er legt keine BIN-Ausgabepolitik für Visa oder Mastercard fest. Ob Sie heute mit der Asia-Elite-Variante von MPCard Ihr ChatGPT-Abo bezahlen, macht gegenüber gestern keinen Unterschied.

Der Zeitraum von 30 bis 90 Tagen verdient jedoch eine differenzierte Betrachtung:

Historischer Vergleich: Was diesmal anders ist – und was nicht

Was gleich bleibt: Dass ein Gesetzentwurf an einer Nebenklausel hängt, gehört zum festen Drehbuch der US-Krypto-Gesetzgebung. 2022 scheiterte der Lummis-Gillibrand-Vorschlag an der Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC, 2023–2024 blieb der FIT21 nach Verabschiedung im Repräsentantenhaus im Terminplan des Senats hängen. In keinem der Fälle lag es an unlösbaren technischen Details, sondern an politischen Kosten. Auch diesmal ist es so – die Interessenkonflikt-Klausel zieht im Kern eine Grenze für die Krypto-Geschäfte des amtierenden Präsidenten. Verhandelt wird Politik, nicht Finanztechnik.

Zwei Unterschiede fallen auf. Erstens: Vor 2024 wettete der Markt in jeder Runde noch darauf, „ob überhaupt ein Gesetz kommt“. Nach Inkrafttreten des GENIUS Act hat sich die Wette verschoben zu „wie streng die Details ausfallen“. Das ist ein qualitativer Wandel – von der Frage der Legalität zur Frage der Compliance-Kosten. Zweitens: Im März 2023, als USDC durch die Silicon-Valley-Bank-Krise kurzzeitig seine Bindung verlor, kam das Risiko der Stablecoins aus den Reservebanken. Das Hauptrisiko heute liegt darin, ob Kartenanbieter und Börsen ihre Compliance-Lizenzen verlängern können – das Risiko hat sich von der Vermögensseite auf die Kanalseite verschoben. Für U-Karten-Nutzer bedeutet das: Die alte Verteidigungshaltung, nur die Reserveberichte im Blick zu behalten, reicht nicht mehr – im Blick behalten muss man auch die Lizenzen der Kartenanbieter und die Zugehörigkeit der BINs.

Compliance-Grenzen: eindeutig erlaubt, Grauzone, eindeutig verboten

In den USA ist es nicht ausdrücklich verboten, eine Visa-Prepaidkarte mit Stablecoin aufzuladen und damit zu bezahlen – es handelt sich vielmehr um eine Grauzone, die von der Lizenz des Kartenanbieters bestimmt wird: Die Rechtmäßigkeit hängt davon ab, ob die ausgebende Institution über die entsprechende bundesstaatliche Geldtransfer-Lizenz verfügt oder mit einer lizenzierten Bank kooperiert – nicht davon, welche Chain der Nutzer verwendet. Diese Grenzlinie haben wir in unserer Compliance-Übersicht USA zusammengefasst. Der CLARITY Act wirkt, indem er die vorgelagerte Frage klärt, „wozu das gehaltene Asset gehört“ – ist diese Einordnung erst getroffen, kann sich die Kanalseite nicht mehr mit „unklarer Klassifizierung“ herausreden, um Compliance-Umbauten hinauszuzögern.

Ein weiterer Hinweis am Rande: Wenn Sie Nutzer aus Festlandchina sind, ist der tatsächliche Einfluss der US-Gesetzgebung auf Sie deutlich geringer als die Regeln Ihres eigenen Standorts. Details dazu finden Sie in den Compliance-Hinweisen für Nutzer aus Festlandchina und im Vergleich geeigneter U-Karten für Nutzer aus Festlandchina. Der CLARITY Act macht keine einzige Route „in China legal“.

Beobachtungspunkte für die kommende Zeit

  1. Veröffentlichung des offiziellen Wortlauts der Interessenkonflikt-Klausel – bislang gibt es nur die Angabe eines „erreichten Teilkonsenses“. Sobald der Text veröffentlicht ist, lässt sich abschätzen, wie groß die Lücke zwischen Senatsfassung und H.R.3633 ist und wie viele Monate die Verhandlungen beider Kammern noch dauern könnten.
  2. Terminplan des Bankenausschusses im Senat – ob es zu einem formellen Markup kommt, lässt sich auf der Website des Senate Banking Committee über Anhörungen und Tagesordnungen verfolgen. Das ist ein härteres Signal als jede Medienberichterstattung.
  3. Vertragsupdates US-basierter Kartenanbieter: Wenn sich Nutzervereinbarungen und Gebührenseiten von US-nahen Unternehmen wie Coinbase oder Bybit in den 30 Tagen vor oder nach der finalen Gesetzesfassung ändern, ist das üblicherweise ein Frühindikator für Compliance-Umbauten.
  4. Ob MPCard US Direct die Ausgabe wieder aufnimmt – der Statuswechsel dieser Karte sagt mehr über die Einschätzung des Kartenanbieters zum Zeitpunkt der US-Rahmen-Umsetzung aus als jeder Kommentar.

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