Laut CoinPost, unter Berufung auf JPMorgan-Analysten (CoinPost-Bericht), verengt sich durch die nahenden US-Zwischenwahlen und den anhaltenden Streit um verzinsliche Stablecoins (yield-bearing stablecoin) der Zeitraum, in dem das als „CLARITY Act” bekannte Krypto-Marktstrukturgesetz noch in diesem Jahr — also vor den Zwischenwahlen — verabschiedet werden könnte. Zur Klarstellung: Es handelt sich um eine Einschätzung von JPMorgan-Analysten, die über Sekundärmedien bekannt wurde. Wir hatten keinen Zugang zum vollständigen JPMorgan-Originalbericht. Die „geringere Verabschiedungswahrscheinlichkeit” ist CoinPosts Wiedergabe dieser Einschätzung, nicht eine offizielle Statusänderung des Gesetzes selbst. Den aktuellen Stand des CLARITY Act im Kongress kann man zum Zeitpunkt dieses Artikels auf der H.R.3633-Seite bei congress.gov nachprüfen.
Redaktionelle Einordnung: Welche Karten sind wirklich betroffen
Vorab das Fazit: Diese Nachricht hat praktisch keine direkten Auswirkungen auf USDT-Karten mit asiatisch-pazifischer Route.
Das Krypto-Marktstrukturgesetz behandelt grundlegende Einordnungsfragen — wie digitale Assets im Rahmen des US-Wertpapier- bzw. Warenrechts klassifiziert werden und ob die SEC oder die CFTC zuständig ist. Betroffen sind davon Kartenprodukte, die in den USA operieren oder sich vorrangig an US-Einzahlungen/US-Abonnements richten.
- Nutzer mit asiatisch-pazifischer Route: Wer eine virtuelle Karte wie MPCard Asia Elite mit asiatisch-pazifischem BIN und asiatisch-pazifischem Kanal hält, dessen Kartenherausgeber liegt außerhalb des US-Regulierungsradius — dieser Gesetzgebungsstau ändert nichts an Einzahlung, Ausgaben oder Limits. Der Alltagsgebrauch läuft unverändert weiter.
- US-nahe Nutzer: Wer Produkte im Rahmen des US-Compliance-Frameworks wie Coinbase Card nutzt oder auf die Verzinsungsfunktion von US-Dollar-Stablecoins angewiesen ist, sollte die Erwartung einer „regulatorischen Klarheit” nach hinten verschieben. Verzögert sich das Gesetz, bleibt die Grauzone bestehen, ob verzinsliche Stablecoins nun als Wertpapiere gelten oder nicht.
- Nutzer von Exchange-Karten: Bybit Card und ähnliche Karten von Offshore-Börsen sind ohnehin nicht auf US-Gesetzgebung angewiesen — die Auswirkung ist begrenzt.
Erwartungen für den Zeithorizont:
- Innerhalb von 7 Tagen: Keinerlei Änderung an Kartenparametern, kein Handlungsbedarf.
- Innerhalb von 30 Tagen: Sollte diese JPMorgan-Einschätzung von weiteren Institutionen bestätigt werden, könnte sich die Formulierung von Verzinsungsprodukten bei US-Dollar-Stablecoin-Emittenten wie USDC ändern — die Karte selbst bleibt davon unberührt.
- Innerhalb von 90 Tagen: Mit den nahenden Zwischenwahlen würde sich, sollte sich das Gesetzgebungsfenster tatsächlich schließen, die Diskussion voraussichtlich bis zum neuen Kongress nach der Wahl verschieben — ein Punkt, den man langfristig im Blick behalten sollte.
Wer noch unsicher ist, welche Route die richtige ist, kann sich zunächst die 5 empfehlenswerten U-Karten 2026 im Vergleich ansehen.
Historischer Vergleich: Kein Vergleich mit 2023 oder GENIUS
Dieser „Gesetzgebungsstau” lässt sich leicht mit früheren Ereignissen verwechseln, ist aber grundlegend anders gelagert:
- Der kurzzeitige USDC-Peg-Verlust 2023: Das war ein Marktereignis, ausgelöst durch das Risiko der Reservebank des Emittenten (SVB), das sich innerhalb weniger Stunden auf alle USDC-denominierten Karten übertrug — unmittelbar und technisch bedingt. Die aktuelle Verzögerung des CLARITY Act ist ein Problem des Gesetzgebungstempos — sie wirkt langsam und schlägt sich nicht direkt auf On-Chain-Preise nieder.
- Stablecoin-Zahlungsgesetzgebung (in der Branche oft als GENIUS-Rahmenwerk bezeichnet): Das ist ein anderer Gesetzgebungsstrang als das „Marktstrukturgesetz” — Ersteres regelt Emission und Reserveregeln für Zahlungs-Stablecoins, Letzteres die breitere Einordnung digitaler Assets als Wertpapiere/Waren. Beide bewegen sich mit unterschiedlichem Tempo voran, den Fortschritt des einen sollte man nicht auf den anderen übertragen. Für den genauen Zeitpunkt der Verabschiedung des GENIUS-Rahmenwerks und dessen geltende Bestimmungen gilt die Erstquelle congress.gov — wir geben hier keine konkreten Monatsangaben aus dem Gedächtnis an.
Gemeinsamkeit: Beide sind vom politischen Kalender der USA (Wahlen, Sitzungsperioden) abhängig. Unterschied: Es handelt sich diesmal um eine Priorisierungsfrage bei einem strukturellen Gesetz, nicht um ein Solvenzproblem irgendeines Stablecoins.
Regulatorische Auswirkung: Die Grauzone bleibt grau
Die anhaltende Verzögerung der „Marktstruktur” hat die unmittelbarste Folge, dass die rechtliche Einordnung verzinslicher Stablecoins weiter offen bleibt — ob es sich um Einlagen, Wertpapiere oder schlicht Stablecoins handelt, gibt es auf Bundesebene keine klare Antwort. Für Nutzer, die „mit USDT/USDC-Guthaben Zinsen kassieren und gleichzeitig mit der Karte zahlen” wollen, ist das ein Hinweis: Verfügbarkeit und Compliance-Formulierungen entsprechender Produkte können sich jederzeit ändern.
Für Nutzer im asiatisch-pazifischen Raum ist die lokale Regulierung relevanter als die US-Gesetzgebung. Die jeweiligen Stablecoin-Regeln in Hongkong, Singapur und Japan bestimmen die Grenze, ob man legal eine Karte halten kann:
Der aktuelle Rahmen sieht grob so aus: In den meisten asiatisch-pazifischen Jurisdiktionen ist es für Privatpersonen, USDT zu halten und über einen lizenzierten Kartenherausgeber damit zu zahlen, entweder klar erlaubt oder eine praktikable Grauzone. Klar verboten ist das lizenzlose öffentliche Ausgeben/Anwerben. Die Verzögerung des US-Marktstrukturgesetzes ändert nichts an diesen lokalen Regeln.
Punkte, die man weiter beobachten sollte
- Statusänderungen von H.R.3633 auf congress.gov — jedes Committee Markup oder jede Terminierung ist ein substanzielles Signal.
- Ob ein JPMorgan-Originalbericht veröffentlicht wird — bisher gibt es nur Sekundärquellen, Formulierungsdetails sind noch zu bestätigen.
- Anpassungen bei der Formulierung verzinslicher US-Stablecoin-Produkte — sollten Emittenten wie Circle ihre Bedingungen ändern, ist das ein Frühindikator für veränderte Gesetzgebungserwartungen.
- Der Zeitplan der Zwischenwahlen — wird das Gesetz vor der Wahl nicht verabschiedet, verschiebt sich das Thema mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den nächsten Kongress.
Redaktionelle Empfehlung
- Für Nutzer mit MPCard Asia Elite und anderen asiatisch-pazifischen Karten: Kein Handlungsbedarf. Diese Nachricht betrifft deine Karte nicht. Aktuelle Gebühren und Limits kannst du weiterhin im MPCard-Test nachlesen.
- Für Nutzer, die auf verzinsliche US-Stablecoins zum Bezahlen angewiesen sind: Vorerst nicht aufstocken, die Erwartung an regulatorische Klarheit über die Wahlen hinaus verschieben. Passe deine Positionen nicht aufgrund einer einzelnen Sekundäreinschätzung an — erwarte aber auch keine bundesweite Klarheit noch in diesem Jahr.
- Für Nutzer, die eine Neubeantragung einer Karte im US-Compliance-Rahmen (z. B. Coinbase Card) planen: Eine Beantragung ist weiterhin möglich, aber „regulatorische Klarheit kommt bald” sollte nicht als Entscheidungsgrundlage dienen. Nutze die Karte als Zahlungsmittel, nicht als Wette auf einen Gesetzgebungszeitpunkt.