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Britisches Oberhaus fordert von Bank of England Überprüfung der 20.000-Pfund-Haltegrenze für Stablecoins

2026-06-03

Der Ausschuss für Finanzdienstleistungsaufsicht des britischen Oberhauses hat in einem öffentlichen Schreiben die Bank of England aufgefordert, ihre vorgeschlagenen Haltegrenzen für systemrelevante Stablecoins zu überprüfen: höchstens 20.000 Pfund je Stablecoin für Privatpersonen und höchstens 10.000.000 Pfund für Unternehmen. Laut CoinDesk-Bericht ist der Ausschuss der Ansicht, dass diese Obergrenze die Entwicklung des britischen Stablecoin-Marktes bremsen könnte – im Widerspruch zum Ziel der Regierung, Großbritannien zu einem Zentrum für Kryptowerte zu machen. Wichtig festzuhalten: Es handelt sich um den regulatorischen Rahmen der Zentralbank für die Ausgabe und das Halten systemrelevanter Stablecoins, der sich von der durch das Finanzministerium und die FCA geführten Stablecoin-Gesetzgebung unterscheidet. Das entsprechende Diskussionspapier der Bank of England ist auf der offiziellen Seite zu systemrelevanten Stablecoins einsehbar; die konkreten Grenzwerte finden sich derzeit vor allem in den nachfolgenden Konsultationsvorschlägen der Zentralbank – maßgeblich sind die finalen offiziellen Dokumente.

Diese Nachricht betrifft das „Halten”, nicht das „Bezahlen mit Karte”

Zunächst zur Klärung des Punktes, der am häufigsten verwechselt wird: Die 20.000-Pfund-Grenze betrifft, wie viel systemrelevante Stablecoins Sie „halten”, nicht wie viel Sie „mit Karte ausgeben”.

Der tatsächliche Arbeitsablauf der meisten USDT-Kreditkarten sieht so aus: Sie laden ₮ auf das Kartenkonto → bei Zahlungen wird in Echtzeit in Fiat (GBP/EUR/USD) umgerechnet → der Händler erhält Fiat-Geld. Das USDT-Guthaben auf Ihrem Konto verweilt normalerweise nur kurz und erreicht bei Weitem nicht 20.000 Pfund. Für britische Nutzer, die die Karte im Alltag verwenden, ändert sich in den nächsten 7 bzw. 30 Tagen also nichts Spürbares – die Karte funktioniert weiter wie gewohnt, Wechselkurse und Limits bleiben unverändert.

Tatsächlich betroffen sind zwei andere Nutzergruppen:

Wer aktuell eine Karte auswählt, für britische Nutzer bleiben Mainstream-Kanäle die sicherste Wahl. Siehe dazu unsere Top-5-USDT-Karten 2026 und den Vergleich der Karten mit den niedrigsten Gebühren.

Historischer Vergleich: Nicht der erste Versuch einer Zentralbank, dem Stablecoin-Halten eine „Obergrenze” zu setzen

Der 20.000-Pfund-Ansatz der Bank of England ist kein Einzelfall.

Gemeinsamkeit: Beides sind defensive Reaktionen von Zentralbanken/Regulierern auf die „Systemrelevanz” von Stablecoins. Unterschied: Die britische Grenze greift diesmal direkt auf Ebene der individuellen Wallet – eine der Beschränkungen, die den Endnutzer in den wichtigsten Märkten derzeit am unmittelbarsten betreffen.

Regulatorische Einordnung: Aktuell noch in der Phase des „Entwurf-Ringens”, keine geltende Regel

Für die Leser sollte klar sein: Die 20.000-Pfund-Grenze ist noch nicht in Kraft, aktuell befindet sich die Sache im Ringen zwischen dem Vorschlag der Zentralbank und dem Parlamentsausschuss.

Großbritannien selbst kennt kein umfassendes Verbot wie es etwa in China existiert. Leser, die den gesamten regulatorischen Kontext verstehen möchten, können unseren Compliance-Leitfaden für Großbritannien konsultieren; wer eher Vermögenswerte oder eine Identität mit EU-Bezug hat, findet im Compliance-Leitfaden für die EU eine vollständigere Darstellung des MiCAR-Rahmens.

4 Punkte, die es in nächster Zeit zu beobachten gilt

  1. Die offizielle Antwort der Bank of England: Nach dem Schreiben des Ausschusses wird die Zentralbank üblicherweise in einem nachfolgenden Konsultationsdokument oder bei Anhörungen Stellung beziehen. Achten Sie darauf, ob die Grenze von 20.000 Pfund gelockert wird.
  2. Das nächste Konsultationspapier (consultation paper): Die tatsächlichen Grenzwerte und der Zeitplan für das Inkrafttreten werden im offiziellen Konsultationspapier festgehalten – nicht in Medienberichten. Maßgeblich ist die Veröffentlichung auf der offiziellen Seite der Zentralbank.
  3. Fortschritt der Stablecoin-Gesetzgebung bei FCA und Finanzministerium: Die Zentralbank reguliert die systemrelevante Ausgabe, die FCA reguliert die Verhaltensregeln für Emittenten – beide Stränge müssen letztlich zu einem vollständigen Regelwerk zusammengefügt werden. Welcher Strang zuerst greift, entscheidet über den Compliance-Pfad der Kartenaussteller.
  4. Ob Pfund-Stablecoin-Produkte entstehen: Fällt der Grenzwert streng aus, könnten lokale Pfund-Stablecoin-Karten verzögert werden; fällt er locker aus, könnte sich die Entwicklung beschleunigen. Das ist ein Indikator, um die Bewegungen der Kartenaussteller zu beobachten.

Redaktionelle Empfehlung

Ordnen Sie sich Ihrer Situation entsprechend zu, eine pauschale Regel gibt es nicht:

  1. Nutzer, die die USDT-Karte im Alltag in Großbritannien einsetzen: Kein Handlungsbedarf. Diese Nachricht wirkt sich in den kommenden 90 Tagen absehbar nicht auf Ihre Kartennutzung, Wechselkurse oder bestehenden Limits aus.
  2. Nutzer, die das Kartenkonto als langfristiges Stablecoin-Sparkonto verwenden: Es empfiehlt sich, größere Beträge an Stablecoins auf einer Börse oder in einer On-Chain-Wallet zu halten statt im Kartenguthaben – das ist ohnehin die sinnvollere Vermögensverwaltung, unabhängig von dieser Nachricht, aber ein passender Anlass zur Erinnerung.
  3. Nutzer, die eine neue konforme Stablecoin-Karte in Großbritannien/Europa beantragen wollen: Bestehende Produkte können normal beantragt werden. Es besteht kein Grund, die Entscheidung zu verschieben, um auf eine neue Pfund-Stablecoin-Karte zu warten – bis die Gesetzgebung greift, dauert es im besten Fall noch mehrere Monate, und die Details der Regeln sind noch längst nicht festgelegt.
  4. Fachleser, die die Bewegungen der Kartenaussteller verfolgen: Setzen Sie das nächste Konsultationspapier der Bank of England auf Ihre Beobachtungsliste – dort werden die endgültigen Zahlen festgelegt.

Die Regulierung strafft den Rahmen, aber gestrafft wird „wie die Zentralbank systemrelevante Stablecoins reguliert”, nicht „ob Sie mit einer USDT-Karte einkaufen können”. Beides sollte man nicht miteinander verwechseln.