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Muss ich Steuern auf USDT-Kartenausgaben zahlen?

Möglicherweise, je nach Land. Die meisten Länder behandeln das 'Ausgeben von Kryptowährung' als Veräußerung und besteuern die Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem Marktwert von USDT am Tag der Ausgabe als Kapitalertrag. Da USDT ein Stablecoin ist, ist diese Differenz meist gering, muss aber trotzdem gemeldet werden. Dieser Artikel stellt keine Steuerberatung dar – konsultieren Sie einen lokal zugelassenen Steuerberater.

Ob Steuern anfallen, hängt davon ab, in welchem Land Sie steuerlich ansässig sind. In den meisten gängigen Rechtsordnungen gilt die Bezahlung von Waren oder Dienstleistungen mit Kryptowährung (einschließlich USDT) als „Veräußerung“ (disposal) – das heißt, USDT wird zuerst in Fiatgeld umgewandelt und dann mit diesem Fiatgeld bezahlt. Dieser „Verkaufs“-Vorgang kann einen Kapitalgewinn (oder -verlust) erzeugen, der nach den lokalen Regeln zur Kapitalertragssteuer gemeldet werden muss. Da USDT ein Stablecoin ist, sind Kaufpreis und Veräußerungspreis theoretisch fast identisch – die Differenz kann nur wenige Cent betragen. Doch wo eine Differenz besteht, besteht auch eine Meldepflicht, und auch eine Differenz von null oder ein Verlust müssen in der Regel erfasst werden.

Überblick über den Umgang in wichtigen Ländern

Die folgende Tabelle zeigt gängige Vorgehensweisen im Rahmen öffentlich zugänglicher Steuerrahmenwerke – dies ist keine Steuerberatung:

Land / RegionKrypto-Ausgaben als steuerpflichtiges Ereignis?Hauptsteuerart
USAJaKapitalertragssteuer (IRS Notice 2014-21)
Vereinigtes KönigreichJaCapital Gains Tax (HMRC Cryptoassets Manual)
Meiste EU-MitgliedstaatenJaKapitalertrags- / Einkommensteuer, Regeln variieren je Land
JapanJaSonstiges Einkommen (progressive Gesamtbesteuerung, höhere Steuersätze)
SingapurBei privatem Langzeitbesitz in der Regel keine KapitalertragssteuerBei geschäftlicher Nutzung jedoch Einkommensteuerpflicht
HongkongBei privater Anlageveräußerung in der Regel keine KapitalertragssteuerBei gewerblichen Transaktionen Gewinnsteuerpflicht
FestlandchinaRechtliche Grauzone, Kryptohandel selbst nicht regelkonformKein klarer steuerlicher Rahmen für Krypto

Detaillierte Compliance-Informationen je Land finden Sie unter /compliance/us, /compliance/uk, /compliance/jp, /compliance/sg.

Warum „USDT ausgeben“ als Veräußerung gilt

Die Logik der Steuerbehörden lautet: USDT ist ein digitales Vermögensgut, kein Fiatgeld. Wenn Sie mit USDT bezahlen, geschehen zwei Schritte – erst wird USDT in Fiatgeld verkauft, dann wird mit dem Fiatgeld bezahlt. Der Verkaufsschritt stellt die Veräußerung dar. Selbst wenn der Kartenanbieter diese beiden Schritte produktseitig nahtlos zu einem „Kartenzahlung“-Vorgang zusammenführt, wird steuerlich weiterhin in zwei Schritten unterschieden.

Ob die tatsächliche Differenz nennenswert ist, hängt von der Preisschwankung von USDT und Ihrer Kostenbasis (cost basis) beim Kauf ab. Wenn Sie zu 1,00 USD gekauft und zu 1,0002 USD veräußert haben, ist die Differenz fast vernachlässigbar – die Aufzeichnungspflicht bleibt jedoch bestehen. IRS, HMRC und andere Behörden verlangen, dass Steuerpflichtige für jede Transaktion Zeitpunkt, Betrag, Gegenpartei und Fiatgeld-Gegenwert dokumentieren.

In welchen Fällen möglicherweise keine Steuerpflicht besteht

Diese Ausnahmen hängen stark von den individuellen Umständen ab – ziehen Sie keine Schlüsse allein aus diesem Artikel.

Redaktionsempfehlung

Tun: Bewahren Sie Aufzeichnungen zu jedem Krypto-Kauf und jeder Kartenausgabe auf (Zeitpunkt, Betrag, USDT-Menge, entsprechender Fiatgeld-Wert), auch wenn Sie davon ausgehen, dass die Differenz null beträgt. Wählen Sie eine Karte, die CSV-Exporte ermöglicht, etwa MPCard Asia Elite oder Bybit Card, damit Sie die Daten bei der jährlichen Steuererklärung problemlos an Ihren Steuerberater weitergeben können.

Nicht tun: Gehen Sie nicht automatisch davon aus, dass „keine Meldepflicht“ besteht, nur weil USDT ein Stablecoin ist – in den meisten Ländern gilt: Wo eine Veräußerung stattfindet, muss sie erfasst werden, unabhängig von der Höhe von Gewinn oder Verlust. Betrachten Sie diesen Artikel oder andere Inhalte dieser Website außerdem nicht als Steuerberatung – konsultieren Sie einen lokal zugelassenen Steuerberater.

Verwandte Themen: Können Steuerbehörden USDT-Kartenausgaben nachverfolgen? · Was ist eine U-Card

FAQ

Q. USDT ist ein Stablecoin und die Differenz ist fast null – muss ich es trotzdem melden?
Die meisten Länder verlangen die Meldung aller Veräußerungstransaktionen, auch wenn der Gewinn nahe null liegt oder ein Verlust entsteht. Verluste können in manchen Ländern sogar mit anderen Kapitalgewinnen verrechnet werden.
Q. Gilt das reine Abheben von Bargeld mit einer USDT-Karte als steuerpflichtiges Ereignis?
In der Regel ja. Der Moment der Umwandlung von USDT in Fiatgeld stellt die Veräußerung dar – unabhängig davon, ob anschließend mit der Karte bezahlt wird.
Q. Wie wird die Erstattung von Geschäftsausgaben über ein Firmenkonto mit USDT-Karte behandelt?
Üblicherweise im Rahmen der Körperschaftssteuer: Veräußerungsgewinne/-verluste fließen in das sonstige betriebliche Ergebnis ein, Ausgaben werden je nach Geschäftszweck abgesetzt. Dies sollte einem Steuerberater überlassen werden.

Sources